|
Historie - Die Entwicklung des Berufes “Dachdecker”
Schon um das Jahr 800 n. Chr. Gab es zahlreiche Fachleute in den Werkstätten der Klöster und in den sogenannten Fronhöfen
bevorrechtigter Herren, die sich auf bestimmte handwerkliche Tätigkeiten spezialisiert hatten. Diese Handwerker arbeiteten in fachlichen Gruppen unter einem Magister (lat. = Meister) nach vorgegebenen Regeln.
Damals sind schon Dächer fach- und kunstgerecht mit Steinen und anderem Material belegt worden. Nach und nach wurde hieraus ein
selbständiges Handwerk, das sich als Dachdeckerberuf seit dem 13. Jahrhundert nachweisen läßt.
Entsprechend dem für die Deckung verwendeten Werkstoff bezeichnete man den Dachdecker z.B. als Strohdecker, Schieferdecker,
Bleidecker. Diese Berufszweige entwickelten im Laufe der Zeit große Fertigkeiten. Ihre handwerkliche Kunst läßt sich beispielhaft an
den Dächern prächtiger Kultstätten und Prunkbauten, nicht zuletzt auch an den großen und beeindruckenden Domen erkennen.
Bis in die heutige Zeit wurde die Fertigkeit des Dachdeckers geprägt durch den Wandel der Baustile und Dachformen. Neue Werkstoffe und Techniken hielten Einzug in das Arbeitsgebiet des Dachdeckers.
Umwelteinflüsse und veränderte Lebensgewohnheiten der Menschen mit anderen Wohnansprüchen, moderne Arbeitsverfahren und
Maschinen am Arbeitsplatz stellen weiterhin immer wieder neue berufliche Herausforderungen an den Dachdecker. Bauphysikalische
und baubiologische Einflüsse beherrschen daher die Arbeitstechnik, ohne daß der Dachdecker in seiner handwerklichen Leistung mit
unnötiger Theorie belastet wird. Der Beruf des Dachdeckers ist damit ein Beruf für Praktiker geblieben.
Die Berufsaussichten heute
Das Dach ist der wichtigste Bestandteil des Gebäudes. Es schützt zusammen mit der Außenwand das Gebäudeinnere vor
Witterungseinflüssen. Die Schutzbedürftigkeit des Menschen vor den Naturgewalten ist heute und auch in Zukunft immer aktuell. Daher
gehört das Dachdeckerhandwerk zu den wichtigsten Handwerksberufen. Heute verbindet das Dachdeckerhandwerk traditionelle
Arbeitstechniken mit den neuesten Erkenntnissen der Bauphysik und Werkstoffkunde. Die hohen technischen und ökologischen, aber
auch individuellen Ansprüche, die der Dachdecker heute zu erfüllen hat, haben ihn zu einem qualifizierten Spezialisten werden lassen.
Selbst ohne Berücksichtigung der Neubaukonjunktur wird der Dachdecker bei den bestehenden Gebäuden und dem damit verbundenen
hohen Sanierungsaufwand vielseitig gefordert. Das handwerkliche Können des Dachdeckers und seine Vielseitigkeit kann auch zukünftig
nicht durch Maschinen ersetzt werden. Im Gegenteil: moderne Maschinen und Geräte erleichtern dem Dachdecker die Arbeit und
machen diese noch sicherer. Der Dachdecker ist immer gefragt, sein Tätigkeitsfeld wird durch den technischen Fortschritt ständig erweitert. Daher ist der Dachdeckerberuf ein Beruf mit Tradition und großer Zukunft.
|